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eVenT
woxx | 10 04 2015 | Nr 1314 WAT Ass LAss i 10.04. - 19.04.
grand auditorium, Luxembourg, 20h. Tél. 26 32 26 32.
Di, 14.4.
junior
schmuckkreationen, Workshop für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, mit Vanessa Staudt, Nationales Museum für Geschichte und Kunst, Luxembourg, 14h30.
konFerenZ
renc’art, Kunstwerk des Monats, mit Martina Przybilla, Nationales Museum für Geschichte und Kunst, Luxembourg, 12h15.
musek
royal Concertgebouw orchestra,
sous la direction d’Iván Fischer, œuvres de Beethoven, Philharmonie, grand auditorium, Luxembourg, 20h. Tél. 26 32 26 32.
The Ghost inside, Den Atelier, Luxembourg, 21h. www.atelier.lu
TheATer
Wunsch und Wunder,
von Felicia Zeiler, Alte Feuerwache, Saarbrücken (D), 19h30. Tel. 0049 681 30 92-0.
konTerBonT
Wandelbar: Bärlauchpesto selbstgemacht, Outdoor- und Kochworkshop, Carré Rotondes, Luxembourg, 16h. Tel. 621 76 47 24.
Mi, 15.4.
junior
Comment les romains mesuraient-
ils ? Atelier de vacances pour enfants de six à douze ans, avec Loïc François, Musée Dräi Eechelen, Luxembourg, 14h30.
silence : on (re)tourne (1/2), atelier de vacances pour enfants de cinq à douze ans, Casino Luxembourg - Forum d’art contemporain, Luxembourg, 14h30. Tél. 22 50 45.
eng Blummekroun, Vakanzatelier fir Kanner vu véier bis siwe Joer, mat der Sylvie Weyer, Musée Dräi Eechelen, Luxembourg, 16h30.
Royal Concergebouw Orchestra Amsterdam
KLASSIK
alle Neune
Raymond Klein
Vier Abende hintereinander sich auf Beethovens sinfonische meisterwerke einlassen. Diese anspruchsvolle,
aber lohnende unterhaltung bietet die Philharmonie ab kommendem montag.
Wer kennt sie nicht, Beethovens Sinfo- nien? Ja, die Neunte, „Freude schöner Götterfunke“, die Fünfte „Dadada Daaaa!“, ... vielleicht auch noch die Dritte, mit dem Trauermarsch, sie sind kulturelles Allgemeingut. Doch es handelt sich um neun Werke – in ihrer Gesamtheit ein Höhepunkt der Wiener Klassik, in vielem ein Vorbild für die Romantik, hoch geschätzt auch von den Erneuerern des 20. Jahrhunderts. Und um einen wichtigen Teil von Beet- hovens Schaffen, 37 einzelne Sätze ins- gesamt, die alle ihren eigenen Charme haben. Eine Gesamtaufführung, wie an vier Abenden der kommenden Woche in der Philharmonie, bietet Gelegen- heit, sich all das vor Augen und Ohren zu führen.
Der ungarische Dirigent Iván Fischer hat sich in den vergangenen Jahren eingehend mit dem östereichischen Komponisten beschäftigt. Mit dem Budapest Festival Orchestra spielte er mehrere der Sinfonien und alle fünf Klavierkonzerte ein. In der Philhar- monie wird er das berühmte Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam dirigieren, mit dem er 2013 und 2014
die neun Sinfonien bereits aufgeführt hat. Der Herausforderung, die Werke an vier aufeinanderfolgenden Abenden zu spielen, stellen sich Dirigent und Orchester erstmalig in Luxemburg; ab dem 20. April werden sie diese Per- formance dann in Seoul in Südkorea wiederholen.
Puristen der „historischen Auffüh- rungspraxis“ („historically informed performance“, HIP) werden sicher an Fischers Beethoven was zu mäkeln fin- den - sein Orchester benutzt moderne Instrumente, und die ultraschnellen „historischen“ Tempi sind nicht strikt beibehalten. Andererseits hat Fischer zuvor mit dem HIP-Dirigenten Nikolaus Harnoncourt gearbeitet und schon einmal, mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment, Beethoven mit Originalinstrumenten aufgeführt. Diese Erfahrungen tragen gewiss dazu bei, dass er nicht in das der historischen Aufführungspraxis entgegengesetzte Extrem verfällt und Beethoven in der oft als schwülstig kritisierten Tradition der Romantik interpretiert.
Beethoven als Revolutionär, das ist einer von Fischer Interpretationsansät- zen, wie man aus einem Interview des Dirigenten mit dem niederländischen Radioprogramm VPRO erfährt. Vor Beethoven sei die Musik der Aristo- kratie zu Diensten gewesen, doch, ähnlich, wie die Guillotine das Ende
des Ancien Régime signalisierte, hätten Beethovens Werke der Musik eine neue, volksnahe Funktion erschlossen. Anders als seine klassischen Vorgänger habe Beethoven nicht auf subtile Ver- änderungen der Stimme, sondern auf starke Kontraste, auf den Wechsel von lyrischen, dramatischen und jubilie- renden Passagen gesetzt.
Man darf sich also darauf freuen, dass Fischer uns solche Elemente in den oft als zu klassisch vernachlässigten Sinfonien Nummer 1, 2 und 4 entde- cken lässt. Auch die Fünfte hat für ihn mehr zu bieten als das Vier-Noten-For- tissimo des Hauptmotivs: Der Dirigent schwärmt davon, wie am Ende des Scherzos eine Art Herzschlag - Piz- zicati zunächst, dann Pauken - eine Spannung aufbaut, die erst durch das orkanartig ausbrechende Finale-Thema aufgelöst wird. Bei Aufführungen der sechsten, der „grünen“, Sinfonie, wie Fischer sie nennt, hat er versuchswei- se die Bläser zwischen die Streicher platziert, damit sie ganz in die „Natur- Musik“ eintauchen können. Vielver- sprechend auch die Aussicht, die über 70 Minuten dauernde Neunte ganz zu hören: Ihr vierter Satz lässt sich kei- neswegs auf die zweifelhafte Funktion einer „Europa-Hymne“ reduzieren und ihre drei ersten Sätze stellen eine Art grandiose Vorgeschichte für das komplexe Finale dar.
Vom 13. bis zum 16. April in der Philharmonie, jeweils ab 20h. Vor jedem Konzert um 19h Backstage-Veranstaltung mit verschiedenen Konferenzen und Rundtischgesprächen. www.philharmonie.lu/en/programm/series/ un-autre-regard-beethoven/155

